Allgemein

Dirigentenwechsel und außergewöhnliche Ehrungen beim Frühjahrskonzert

Neben dem Dirigentenwechsel von Joachim Weiß auf Julian Bucher standen beim diesjährigen Frühjahrskonzert des Musikvereins Arnach drei besondere Ehrungen an. Joachim Weiß wurde für dreißig Jahre als Dirigent, Posaunist Josef Kible für fünfzig Jahre aktives Musizieren und Trompeter Franz Xaver Miller gar für sage und schreibe siebzig Jahre als Musikant ausgezeichnet. Zusammen 150 Jahre im Dienste der Blasmusik – ein wahrlich denkwürdiger Abend.

Dieser besondere Rahmen war sicher mit ein Grund, dass das Kurhaus am Kurpark in Bad Wurzach bis auf den letzten Platz gefüllt war. Nach 13 Jahren als musikalischer Leiter des Musikvereines gab Joachim Weiß im ersten Teil des Konzerts den Taktstock an Julian Bucher aus Kressbronn weiter. Termingründen in vielfältigen beruflichen und weiteren musikalischen Verpflichtungen hätten diese Entscheidung erforderlich gemacht. In seinem letzten Konzert mit den Arnacher Musikanten übernahm er nochmals den musikalischen Auftakt mit dem Konzertmarsch „Sympatria“ des österreichischen Komponisten Thomas Asanger, und leitete die Kapelle noch bei einem weiteren Stück, dem Vibraphonsolo „A tribute to Lionel“, mit dem Solistin Julia Hengge vor der Konzertpause das Publikum zu begeistern wusste.

Zwischenzeitlich hatte der neue Dirigent Julian Bucher bei „Dance from the East“ aus der Feder von Thomas Doss, sowie „Adventure“ von Markus Götz bereits sein Können als musikalischer Leiter unter Beweis gestellt. Julian Bucher hat an der Hochschule für Musik in Trossingen im Fach Schlagzeug studiert und ist mittlerweile als Schlagzeuglehrer an der Musikschule Tettnang angestellt.

Der zweite Konzertteil stand ganz im Zeichen der Ehrungen, die Heribert Maier als Vertreter des Blasmusikkreisverbandes durchführte. Für 30 Jahre Dirigieren ehrte er Joachim Weiß mit der Dirigentennadel mit Diamant und Ehrenbrief. Weiß hatte seine Dirigentenlaufbahn bei der Musikkapelle Eggmannsried 1986 begonnen und leitete später die Kapellen in Eberhardzell und Berkheim, ehe er 2006 den Musikverein Arnach übernahm. Seit 2014 ist er außerdem Leiter der Stadtkapelle Bad Waldsee.

Josef Kible spielt seit 1969 Posaune und wurde für seine 50 Jahre Treue zur Musik mit der Ehrennadel in Gold mit Diamant des Landesblasmusikverbandes geehrt. Daneben hat er beim Musikverein als engagierter Elektrik- und Wassertechniker bei manchem Fest sowie durch seine besonderen Kontakte zur Firma Bausch bei den jährlichen Alteisensammlungen großen Einsatz gezeigt.

Noch außergewöhnlicher war aber die Ehrung von Franz-Xaver „Xare“ Miller, der seit 1949 aktiver Trompeter und damit bereits seit kurz nach dem zweiten Weltkrieg in der Kapelle mit dabei ist. Er ist der älteste aktive Musikant der Großgemeinde Bad Wurzach und war und ist neben der Musik noch in vielen anderen Dingen nach wie vor aktiv, z.B. auch noch als Fußballschiedsrichter. In seiner Dankesrede erklärte er seine Verbundenheit mit der Musik und erklärte, weshalb er noch immer im Verein dabei sei: „It weaga de Ehrungen, sondern weil´s mir oifach g´falla hot“.

Im zweiten Konzertteil durfte sich das rundum begeisterte Publikum noch über Titel wie „Mambo“ aus der „West Side Story“, die „Forrest Gump Suite“ von Alan Silvestri, den ironischen Marsch „Il Presidente“ von Thomas Doss, oder die „Bohemian Rhapsody“ von Freddy Mercury freuen. Mit den Zugaben „Wir leben Blasmusik“ und „Don´t stop me now“ beendete die Kapelle einen gelungen Konzertabend.

 

Fotos: Anna-Maria Schupp